Wie Sie erkennen, ob Ihr BGM erfolgreich ist

Checkliste mit Kennzahlen

Betriebliches Gesundheitsmanagement – häufig werden viel Zeit und hohe Summen in dieses Thema investiert, ohne danach zu evaluieren, ob die Maßnahmen tatsächlich Wirkung zeigen. Doch das ist wichtig.

Im Idealfall geschieht dies auf Basis von Zahlen und Fakten. Klare Werte, die zeigen, welche Maßnahmen welche Wirkungen erzielt haben und ob es Verbesserungen gab.


Die Liste an Kennzahlen sowie unsere Fragen zum Erfolg sind auch als PDF verfügbar:


Wie kann man den Erfolg konkret messen?

Um den Erfolg des Betriebliche Gesundheitsmanagement zu messen und somit auch weiter voranzutreiben, sollten unbedingt auch Kennzahlen – sogenannte Key Performance Indicators (KPIs) – erhoben werden.

Mit diesen können die gesetzten Maßnahmen bewertet werden und eine entsprechend gute Ausschöpfung des veranschlagten Budgets gewährleistet werden.  

Dazu aber immer wichtig: Mit den definierten Kennzahlen sollte immer ein übergeordnetes Ziel verfolgt werden. Dieses kann und sollte von jedem Unternehmen individuell definiert werden, um exakt passende Maßnahmen setzen zu können. 

Kennzahlen im BGM:

Die KPIs im BGM werden dabei unterschiedlich schnell messbar. Manche Kennzahlen können bereits nach wenigen Wochen erhoben werden, während andere erst über einen längeren Zeitraum ihre Wirkung zeigen. Auch dies sollte bei der Erstellung eines Kennzahlenkatalogs berücksichtigt werden.

Kurzfristig:

  1. Persönliche Rückmeldungen zu Maßnahmen durch Mitarbeiter*innen
  2. Teilnahmequote an Maßnahmen
  3. Umsetzungsquote von Maßnahmen
  4. Mitarbeiterzufriedenheit, gemessen durch Befragungen
  5. Anzahl der Angebote
  6. Wissen über die Angebote, gemessen durch Befragungen
  7. Anzahl der Begehungen für Arbeitssicherheit
  8. Anzahl der durchgeführten psychischen Gefährdungsbeurteilungen
  9. Anzahl der Wiedereingliederungsgespräche
  10. Nutzungsstatistiken für digitale Ergänzungsprogramme wie BGM Apps oder Webplattformen

Langfristig:

  1. Krankheitstage pro Mitarbeiter
  2. Anzahl der Langzeiterkrankten
  3. Anzahl von Arbeitsunfällen
  4. Renteneintrittsalter
  5. Mitarbeiter Fluktuation
  6. Produktivitätsrate durch Vorher-Nachher Vergleiche
  7. Return on Investment (Kosteneinsparungen durch geringere Fehlzeiten im Verhältnis zu Kosten durch das BGM)
  8. Medizinische Tests im Jahresvergleich, oder evtl. sogar messbare Steigerungen, wie z.B. die Muskelmasse oder Senkung des Blutdrucks etc.
  9. Steigende Retention Rate / Regelmäßige Nutzung
  10. Verringerung von Präsentismus

Tipp: Sehen Sie sich zusätzlich um

Natürlich sind die Kennzahlen bedeutend, denn diese entscheiden häufig über die Fortführung des Projekts. Dennoch empfehlen wir, die Erfolge des BGMs gelegentlich auch unabhängig von den definierten Kennzahlen zu betrachten.

Mit folgenden Fragen möchten wir Ihnen zeigen, anhand welcher – teils kleinen – Veränderungen im Unternehmen Sie ebenfalls erkennen können, dass die gesetzten BGM Maßnahmen Wirkung zeigen.

Alles was Sie dazu brauchen, ist etwas Zeit, um sich mal etwas genauer umzusehen und -hören.

Zeigt Ihr BGM bereits Wirkung?

Lesen Sie sich die Fragen durch und überlegen Sie, ob Sie schon Veränderungen in diese Richtung erkennen können:

  • Haben die Beschäftigten nach besserer Ausstattung gefragt? Zum Beispiel einen besseren Bürostuhl?
  • Wurde der Wunsch nach ergonomischen Hilfsmitteln laut? Zum Beispiel nach Handgelenkauflagen, Laptop-Ständern oder Gymnastikbällen?
  • Erkennen Sie, dass die Arbeitsplätze besser eingerichtet sind? (Der Bildschirm auf richtiger Höhe, Maus und Tastatur im richtigen Abstand etc.)
  • Sehen Sie Hilfsmittel wie Faszienbälle in Reichweite der Arbeitsplätze?
  • Nutzen die Beschäftigten die Stehtische (wenn vorhanden) und stehen mehrmals am Tag?
  • Wird die bewegte Pause durchgeführt? Wenn ja, von wie vielen Beschäftigten?
  • Stiegenhaus oder Lift? Können Sie einen Trend erkennen?
  • Wie steht es um regelmäßige Lauf-, Fußball- oder Tennistreffs? Steigen die Teilnehmerzahlen?
  • Wenn Sie an Veranstaltungen wie einem Firmenlauf teilnehmen, wie viele Personen haben sich dafür angemeldet? 
  • Wie wird der Obstkorb angenommen? Wie schnell leert er sich und wie sieht es dazu im Vergleich zu gegebenenfalls vorhandenen Süßigkeiten-Automaten aus?
  • Wie verbringen die Beschäftigten die Mittagspause? Wird die eigene Betriebsküche genutzt, um selbst gesunde Speisen zuzubereiten? Sehen Sie gelegentlich das Mitarbeiter*innen etwas aus den angebotenen Kursen umsetzen? Zum Beispiel ein gesundes Rezept oder eine Auflockerungsübung für zwischendurch?
  • Steigt die Anzahl der Fahrradfahrer? Sehen Sie sich die Fahrradständer an, kommen mehr Beschäftigte mit dem Rad zur Arbeit?
  • Werden Gesundheitsangebote wie Checkups genutzt?

Zusammengefasst: Die Mischung macht’s

Wie Sie sehen, gibt es auch viele kleine Veränderungen, die auf ein erfolgreiches Gesundheitsmanagement hinweisen. Die Kombination dieser einfachen Fragen und einem Kennzahlensystem ermöglichen eine ganzheitliche Betrachtung des BGMs. Behalten Sie so Ihr BGM stets im Blick und sorgen Sie langfristig für gesunde Mitarbeiter*innen.

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