Ali Mahlodji

Unternehmer, Keynote Speaker & Autor

Ali Mahlodji inspiriert und begleitet Menschen weltweit, in dem er ihnen zeigt, worauf es im Leben, im Business und im schnellen Wandel der Welt ankommt. Als Übersetzer zwischen den Welten vermittelt er Führungskräften Klarheit, gibt Jugendlichen  Orientierung und hilft Menschen, ihrem inneren Ruf zu folgen.

2021 wurde er ins internationale Forbes Business Council berufen und die EU ernannte ihn als Übersetzer zwischen den Generationen zum EU Jugendbotschafter auf Lebenszeit und UNICEF ernannte ihm zum Ehrenbeauftragten.

Nur eine Kaffeebohne?

Mahlodji leitet seinen Vortrag mit einem kleinen Experiment ein. Er zeigt das Bild einer Kaffeebohne und wartet auf Interpretationen des Wahrgenommenen. Neben der Kaffeebohne, werden auch alternative Antworten wie etwa Brot, Erdnuss, Kraft und Leben gegeben. Mit diesem Beispiel demonstriert uns Ali Mahlodji, dass wir oft zu sehr auf die Dinge fokussieren, die da sind, aber nicht auf deren Potentiale. Eine Kaffeebohne kann auch zur Herstellung eines Espressos dienen oder die Eröffnung eines Kaffeehauses symbolisieren.

Zukunftssorgen

Medien erklären uns jeden Tag, wie die Welt ausschauen wird. Dabei wird die Zukunft meist besser als ihr Ruf es vorhersagt (vgl. Corona). Obwohl letztendlich vieles nicht so schlimm kommt, machen wir uns Sorgen. Wir stressen uns, schlafen schlechter und schauen schlechter auf uns selbst. Durch eine verminderte körperliche Gesundheit werden wir unglücklicher – und das noch bevor überhaupt eines der Sorgen-Szenarien eingetreten ist.

Digitalplattform Whatchado

Warum gehen Menschen ihren Weg, so wie sie ihn gehen? Warum tun sie das, was sie tun? Auf der eigens erstellten Digitalplattform Whatchado, die ursprünglich für Mahlodjis Schüler/innen in seiner Zeit als Lehrer vorgesehen war, werden individuelle Wege unterschiedlichster Menschen der ganzen Welt aufgezeigt, wie es gelingen kann, ein gutes Leben zu führen. Das Resultat: Es gibt nicht den einen Weg, sondern viele mögliche.

Während Karriere oft als gerade Linie nach oben visualisiert wird, sagen die meisten Menschen, dass ihr Leben mehr einem Zick-Zack-Kurs gleicht, mit dem sie lernen mussten umzugehen.

Ein weiteres Fazit, das aus den Beiträgen der Digitalplattform gezogen werden kann, ist, dass sich alle Generationen in allen Erdteilen die Frage nach der Zukunft stellen und auch alle, auch jene Menschen der ärmsten Regionen, Visionen haben sowie die Kraft zu träumen und sich die Zukunft vorzustellen.
Wir sind das Ergebnis unserer Glaubensmodelle der Vergangenheit und deshalb sollten wir über unsere Emotionen sprechen, um wieder in unsere Atmung zu kommen und nach vorne blicken zu können.

Karriere, Erfolg & Glück

Dieses Kapitel vermittelt Mahlodji wiederum über eine spielerische Übung: ein Haus zeichnen. Das Ergebnis fällt stets sehr ähnlich aus. Alle Erwachsenen malen das gleiche Haus. Aber warum ist das so? Die zukünftigen Herausforderungen fordern von uns, out of the box zu denken und innovativ zu sein, aber wir wurden immer dafür belohnt, inside the box zu denken.

Mahlodji erzählt hierzu eine Anekdote. Ein Bub malt begeistert ein Haus mit vielen Farben und Formen. Die Eltern loben ihr Kind zwar sehr, um es zu animieren, dennoch weisen sie es darauf hin, dass Fenster eigentlich eckig und nicht rund seien.

Ständig stellen wir uns also die Fragen „Was ist normal?“, „Wie muss es richtig sein?“, um möglichst angepasst zu handeln. Doch wir müssen nicht passive Rezipienten der Welt, sondern können auch als Mitwirkende agieren. Wir haben komplett vergessen, was die Fähigkeiten unseres Lebens ausmachen. Alles verändert sich. Wollen wir Teil davon sein oder Angst haben und uns vor der Zukunft verschließen?

Zukunft ist eine Entscheidung. „Die Welt ist das, was du aus ihr machst!“ – Es liegt an dir, sie zu gestalten.

Was die Mitgestaltung der Welt erfordert …

Selbst Gestalter der Zukunft zu sein, ist Lebensqualität. Dafür bedarf es nur weniger Dinge, um handlungsfähig zu werden.

  • Fehlerkultur
  • Hinterfragen & Experimentierfreude: wobei wir stets ergebnis-offen sein sollten
  • Lernlust

Mit dieser Basis ausgestattet, sollten wir uns auf zwei Fähigkeiten besinnen, die wir zu Beginn unseres Lebens erworben haben und uns weiterhin dienlich sein werden.

  • Sprache: Nichts ist so komplex für das Gehirn, wie eine Sprache zu erlernen. Und dennoch haben wir alle unsere Muttersprache erworben. Das gelingt jedem Kind, indem es seine Umwelt und Eltern beobachtet. Im Alter von etwa einem Jahr können Kinder spiegeln und beginnen nachzuplappern. Dabei passieren anfangs auch Fehler.
    Doch trotz dieser Fehler loben die Eltern und sind begeistert. So beginnen wir zu lernen.

Kontrolliertes Hinfallen: Das Erlernen des aufrechten Gangs geht mit wiederholtem Hinfallen einher. Wir stehen auf, versuchen es und brechen wieder nieder. Wir machen einen Fehler, ohne zu wissen, dass es ein Fehler ist. Wir werden von unseren Eltern ermutigt, stehen wieder auf und versuchen es erneut, indem wir das Erlernte adaptieren. Kinder geben nicht auf und auch die Eltern glauben stark daran, dass das Kind es schaffen wird!

Veränderte Welt

In der Frühzeit und Agrarwirtschaft stand die Welt noch nicht in Konkurrenz. Während der Industrialisierung wurde Angestellten Sicherheit durch einen sicheren Lohn geboten. Weil kein Vertrauen herrschte, wurde die Kontrolle durch einen Vorgesetzten vollzogen. Vom gemeinsamen Ergebnis (Bauern) weg, stand plötzlich die Karriere (lat.: Wettrennen) im Mittelpunkt. Mittlerweile sind Führungskräfte oft von der Komplexität der Arbeitswelt und -strukturen überfordert und können Arbeit nicht mehr richtig verteilen.

Diese veränderten Umstände stellen veränderte Anforderungen. Der ursprüngliche Manager wird zum Leader, der die Arbeitenden dabei unterstützt, sich zu entfalten.
Viele der ursprünglichen Tätigkeiten werden von der Digitalisierung übernommen. Einige Kernkompetenzen wie Empathie, Kreativität, kritisches Denken, emotionale Kompetenz oder Reflexion sind jedoch nicht automatisierbar. Sie sind es, die vernetztes Arbeiten ermöglichen und Lösungsfähigkeit ausmachen. Umso mehr können wir uns nun auf diese Fähigkeiten fokussieren, auf Potentiale, die durch die Digitalisierung deutlich geworden sind.

Gemeinsames Arbeiten – „WIR-Kultur“

Menschen sind wie Metronome als Taktgeber. Im Unternehmen gleichen sie bestenfalls ihren Takt aneinander an und entwickeln einen Gleichschritt. Das kann allerdings nur geschehen, wenn …

  • auch persönliche Begegnungen auf Beziehungsebene zugelassen werden (vgl. Weihnachtsfeier).
  • professionelle Empathie entwickelt wird, die es ermöglicht, Perspektivenwechsel aktiv zu verstehen und zu vollziehen.
  • eine gemeinsame Sprache gesprochen wird. Damit ist gemeint, dass wir oft ganz unterschiedliche Vorstellungen von und Assoziationen zu ein und demselben Begriff haben. Wir müssen mehr denn je verstehen, was die andere Person eigentlich meint, indem wir genau zuhören und nachfragen.
  • neues Wissen von anderen angenommen wird. Mit anderen in Beziehung zu gehen und sich auf die Umwelt einzulassen, gewährt uns, die Potentiale unserer Mitmenschen zu erkennen und von ihnen zu profitieren. Dafür muss man sich jedoch öffnen und Vielfalt zulassen. Potentiale und Chancen können erst dann erkannt werden, wenn man den anderen auch etwas zutraut. „Jede Person, die mich umgibt, weiß eine Sache, die ich nicht weiß“. Im Kollektiv können wir viel mehr erreichen.

Der Pfad des Wachstums

Was ist der Pfad des Erfolges? Wir machen uns auf die Suche nach einem erfolgreichen Leben und erwarten, dass es steil bergauf geht. Tatsächlich sieht der Pfad aber eher wie die nebenstehende Abbildung aus – durchzogen von Chancen, Breaks und vor allem Wendepunkten, in denen wir uns aktiv hinsichtlich unserer Zukunftsgestaltung entscheiden. Der Unterschied zwischen Feststecken und einem Lernprozess liegt genau darin, Entscheidungen zu treffen. Wenn wir die Entscheidung nicht treffen, trifft sie die Welt für uns.

In Tiefen, die auf Höhen folgen, muss man wieder umdenken und sich von Neuem bemühen (Bsp. Liebesbeziehung, Wirtschaftskrise). Aus der Tiefe erhalten wir jedoch auch den nötigen Schwung, um aus dem Gelernten auf die nächste Stufe zu steigen. Wir weichen den Hürden des Lebens gerne aus, aber sie kommen später größer zurück. Wir müssen uns den Hürden stellen, weil sie uns ermöglichen zu wachsen. „Wir scheitern uns nach oben.“

Entscheidungen

Entscheidungen formen unser Leben und bestimmen unsere Zukunft. Der richtige Zeitpunkt für Entscheidungen ist laut Mahlodji immer Jetzt. Hinter einem Ja würden immer 100e Neins stecken. Wenn man nicht weiß, wozu man im Leben Ja sagen möchte, kann man sich von anderen Dingen nicht abgrenzen.

Der gemeinsame Sinn

Umfragen zeigen, dass junge Erwachsene sich mehr denn je Chancengleichheit, Ethik und Menschlichkeit wünschen. Sie sehnen sich nach einem Gefühl von Sinn. Ein gemeinsamer Sinn macht erfolgreiche Teams aus. Sie haben einen Grund, jeden Tag weiterzumachen.

Dieses Erfolgskonzept können und sollten wir auch auf unsere Gesellschaft übertragen. Die Zukunftskompetenz für unsere Gesellschaft ist,

  • sich gegenseitig zu stärken,
  • gemeinsamen Erfolg zu forcieren,
  • von anderen Generationen zu lernen.

Die Frage nach dem Warum

Wenn wir uns vor Augen führen, warum wir tun, was wir tun, wird alles leichter. Das bedarf Stille, um in uns hineinzublicken. Doch jede/r hat einen Sinn.

Wir Menschen müssen der Sinnträger des Lebens sein und uns bewusst werden, dass wir für andere einen Unterschied machen. Wir können einen Beitrag für diese Welt leisten. Die Basis dafür ist eine Erdung und diese beginnt bei uns selbst. Wenn wir uns mehr Liebe in der Welt wünschen, dann lasst uns liebevoll sein. Wenn wir uns mehr Respekt wünschen, sollen wir beginnen, selbst respektvoll zu sein. Wir wissen nicht, wie die Zukunft aussieht, doch müssen wir verstehen, dass wir die Zukunft sind.

Die Aufzeichnung des gesamten Vortrags inklusive der Q&A Session steht den Windhund 365 Kunden auf der Eventumgebung 30 Tage lang zur Verfügung.

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