Windhund BGM einführen

BGM erfolgreich in 6 Schritten einführen

6 Schritte BGM Prozess

Ein Betrieblichen Gesundheitsmanagement – kurz einzuführen ist kein Hexenwerk. Wir wissen, worauf es dabei ankommt, und möchten Ihnen in diesem Artikel mit unserer 6+1 Schritte Strategie zeigen, wie auch Sie erfolgreich und nachhaltig ein BGM einführen können.

Die 6+1 Schritte Strategie:

Mit diesen 6+1 Schritten decken Sie alle Bereiche einer umfassenden Einführung ab. Sie befassen sich ausreichend mit den unterschiedlichen Thematiken und sind so in der Lage, das Gesundheitsmanagement aufzusetzen.

  1. Ziel und Strategie entwickeln
  2. Strukturen aufbauen
  3. Ist-Analyse durchführen
  4. Feinziele definieren
  5. Maßnahmen planen
  6. Das Team sensibilisieren
  7. Erfolgskontrolle und Evaluierung

 


Checkliste 6+1 Schritte zur BGM Einführung

Im PDF finden Sie eine übersichtliche Checkliste die Sie bei der Einführung eines BGM verwenden können.

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1 Ziel und Strategie

Im ersten Schritt geht es darum, das Ziel und die Strategie des Betrieblichen Gesundheitsmanagements zu definieren. Stellen Sie sich zur Zieldefinierung einmal diese beiden Fragen:

✓  Was soll im Unternehmen mit dem BGM erreicht werden?

✓  Welche Ressourcen brauchte es dafür?

Mögliche Ziele im BGM sind zum Beispiel die Gesundheit der Mitarbeitenden zu stärken, weniger Arbeitsunfähigkeitstage, ergonomische und sichere Arbeitsplatzgestaltung oder ein umfassender Maßnahmenkatalog zur Prävention. Für die Zielentwicklung können Sie auch die sogenannte SMART-Regel verwenden. Diese sagt aus, dass gute Ziele stets spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminierbar sein sollen.

Ressourcen, die dafür benötigt werden, sind in der Regel menschliche – es braucht eine Person, die sich diesen Aufgaben annimmt und dafür sorgt, dass diese auch umgesetzt werden.  

Ist Ihnen klar, was Sie mit dem BGM eigentlich erreichen wollen, ist der nächste Schritt die passende Strategie dazu zu entwickeln. Auch für diese Aufgabe haben wir Fragen vorbereitet, die Sie sich dazu stellen können:

✓  Wie kann das Ziel erreicht werden?

✓  In welchem Zeitrahmen? Was muss dafür getan werden?

✓  Wie kann der Fortschritt kontrolliert werden?

✓  Wer hat dabei welche Aufgabe?

Sobald Sie diese Fragen beantwortet haben, sind Sie der Einführung des BGM schon einen großen Schritt näher, denn nun wissen Sie was Sie erreichen wollen und können grob einschätzen, wie Sie dies tun.

BGM-Manager Lars Schirrmacher erklärt Ihnen in unserer Ausbildung zur Fachkraft für Betriebliches Gesundheitsmanagement kurz, wie diese Strategiebildung passieren kann:

2 Strukturen

Im zweiten Schritt geht es darum, die nötigen Strukturen für die Einführung des Betrieblichen Gesundheitsmanagements im Betrieb aufzubauen. Diese sind jedoch nicht nur zu Beginn bei der Implementierung nützlich, sondern zeigen ihren Wert auch in der späteren Phase.

Strukturen, die sich bewährt haben, sind zum Beispiel:

  • Aufnahme der BGM-Ziele in die Unternehmensziele & Betriebsvereinbarung
  • Planung und Zuteilung von personellen Ressourcen sowie Verantwortlichkeiten, Gründung eines Steuergremiums
  • Partizipation schaffen: Involvieren der Führungskräfte (Steakholder für BGM) und der Mitarbeitenden
  • Einführung eines Reporting-Systems
  • Nutzung oder Erschaffung von Kommunikationskanälen
  • Involvieren der Belegschaft
  • Sicherstellung finanzieller Ressourcen
  • Nutzung von Netzwerken (z.B. Krankenkassen etc.)

3 Ist-Analyse

Schritt Nummer 3 ist die Durchführung einer Ist-Analyse. Warum das wichtig ist?

Sie möchten schließlich wissen, ob die gesetzten Maßnahmen im Betrieblichen Gesundheitsmanagement ihre Wirkung zeigen. Aus diesem Grund benötigen Sie eine Analyse zu Ihrer Ausgangslage.

Eine Ist-Analyse können Sie auf verschiedene Weisen durchführen. Zum Beispiel mit Umfragen, Begehungen oder Analysen der eigenen Kennzahlen.

Wichtig dabei ist, dass Sie einerseits erkennen, wie Ihr BGM zurzeit aufgestellt ist. Dazu gehören zum Beispiel diese Fragen: welche und wie viele Maßnahmen wurden zu diesem Zeitpunkt gesetzt, wie war die Teilnahmequote, was haben die Beschäftigten zu sagen und auch wie es mit Kennzahlen wie zum Beispiel den Arbeitsunfähigkeitstage oder der Fluktuationsrate aussieht.

Andererseits sollten Sie – vor allem wenn es bislang noch keine Maßnahmen gab – erkennen, wo die Gefahren und Probleme in Ihrem Unternehmen liegen. Gibt es Sicherheitsbeschwerden, ist die Kultur zu Krankenständen sehr negativ oder macht die Führungskraft Probleme?

Eine Bestandsaufnahme kann auch in einem Planspiel umgesetzt werden. BGM-Manager Lars Schirrmacher erklärt es Ihnen im Video:

4 Feinziele

In dieser Phase gilt es die gesetzten Ziele noch einmal nachzuschärfen. Nach der Ist-Analyse wissen Sie ganz genau, wo die Probleme im Unternehmen liegen, und Handlungsbedarf herrscht.

Sehen Sie sich die Ist-Analyse genau an und definieren Sie, welche Feinziele Sie in Ihrem BGM benötigen. Diese sind im nächsten Schritt auch die Basis für die Maßnahmen-Setzung.

5 Maßnahmenplanung

Um das Unternehmen gesundheitsförderlich zu gestalten, werden in diesem Schritt nun Maßnahmen und Angebot geplant. Diese orientieren sich an den Feinzielen und müssen unter Berücksichtigung der bestehenden Ressourcen geplant werden. 

BGM Maßnahmen werden grob diesen Bereichen zugeordnet:

  • Ernährung
  • Bewegung
  • Psychische Gesundheit
  • Suchtprävention
  • Organisation und Führung

Überlegen Sie, mit welchen Maßnahmen Sie Ihr Gesundheitsmanagement befüllen möchten. Tipps für die Maßnahmenplanung:

  • Erstellen Sie eine Jahresplanung, seien Sie aber trotzdem flexibel, um auf aktuelle Themen eingehen zu können.
  • Achten Sie außerdem darauf, alle Zielgruppen im Unternehmen abzudecken (Büroarbeiter, Schichtarbeiter, junge Menschen, ältere Menschen…)
  • Versuchen Sie auf verschiedenste Themen einzugehen.

6 Sensibilisierung

Jetzt, wo Ziele definiert sind, Strukturen etabliert und Maßnahmen gesetzt wurden gibt es noch einen Schritt hin zum Erfolg Ihres BGM: die Sensibilisierung Ihres Teams. Genauer gesagt der Führungskräfte und Mitarbeiter Sensibilisierung, Partizipation und Kommunikation. Diese beiden sollen motiviert werden, sich am BGM zu beteiligen. 

Ein wichtiger Indikator im BGM ist die Beteiligungsquote. Häufig ist es im Gesundheitsmanagement so, dass nur die „Gesunden“ die Maßnahmen wahrnehmen und die, die eigentlich davon profitieren würden, nicht erscheinen. Aus diesem Grund – so wie vielen weiteren – gilt es die Mitarbeiter*innen für das Thema zu sensibilisieren und vor allem für das Thema Gesundheit zu gewinnen.

Dafür sind eine gute Kommunikation und eine interne Strategie essenziell. Holen Sie die Geschäftsführung und die Stakeholder mit ins Boot und sorgen Sie für eine offene Kultur. Führen Sie Gespräche mit Meinungsträgern sowie einzelnen Mitarbeitenden, um Ängste zu mindern und Wünsche herauszuhören. Sorgen Sie außerdem für genügend BGM-Marketing, denn die Maßnahmen sollen ja auch bekannt werden. Möglich dafür sind zum Beispiel das schwarze Brett, das Intranet oder aber auch moderne BGM Apps.

Frau Katharina Lorenz von der Fachhochschule Salzburg gibt einen kurzen Input, wie Sie im Unternehmen auf das BGM aufmerksam machen:

+1 Erfolgskontrolle & Evaluation

Der letzte Schritt steht ganz unter dem Motto: "If you can not measure it, you can not improve it". Und das ist auch die Wahrheit. Denn um zu wissen, ob man auf dem richtigen Weg ist die Ziele im BGM zu erreichen, gilt es eine Erfolgskontrolle durchzuführen, diese zu evaluieren und die daraus gewonnen Erkenntnisse umzusetzen. Und das in regelmäßigen Abständen.

Im Grunde können Sie Evaluierungen ganz einfach aufbauen: Definieren Sie BGM Kennzahlen, die Sie in regelmäßigen Abständen kontrollieren und auf Basis dieser Maßnahmen setzen. Diese können zum Beispiel die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage oder die Teilnahmequote bei Maßnahmen sein. Nutzen Sie außerdem Umfragen. Diese sind sehr nützlich, um die Meinung des Teams einzuholen. Und diese ist wichtig, denn schließlich sollen die Maßnahmen genau ihnen weiterhelfen.

Wenn man das ganze etwas mehr aus der theoretischen Perspektive betrachtet, gibt es im BGM verschiedene Arten der Evaluation. Diese sind in Phasen unterteilt und unsere Beispiele von oben lassen sich darin einordnen;

  • Strukturevaluation
    Bestandaufnahme und Bewertung der Rahmenbedingungen bzw. der Konzeption
  • Prozessevaluation
    Periodische Rückmeldung der Information während der Ein- und Durchführung
  • Ergebnisevaluation
    Information über Zielerreichung

BGM-Manager Lars Schirrmacher erklärt es Ihnen noch einmal genauer:

Zusammenfassung

Unsere 6+1 Schritte zur Einführung des BGMs sollen Ihnen dabei helfen, selbst ein erfolgreiches Gesundheitsmanagement aufzusetzen. Befolgen Sie diese Richtlinie und versuchen Sie, individuelle Lösungen für Ihr Unternehmen zu finden. Und denken Sie immer daran: Sie arbeiten für ein besseres und gesünderes Umfeld für Ihr Team, diese Aufgabe ist sehr wertvoll.

Wenn Sie selbst auf der Suche nach einer Ausbildung zur Fachkraft für Betriebliches Gesundheitsmanagement sind, werfen Sie einen Blick auf unseren Online Kurs mit BGM Manager Lars Schirrmacher. 


Checkliste 6+1 Schritte zur BGM Einführung

Im PDF finden Sie eine übersichtliche Checkliste die Sie bei der Einführung eines BGM verwenden können.

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