BGM Maßnahmen: 52 Ideen
Entdecken Sie 52 konkrete, sofort umsetzbare Maßnahmen für ein wirksames Betriebliches Gesundheitsmanagement – von Organisation & Kultur über mentale Gesundheit bis hin zu Bewegung, Schlaf und Ernährung.

Inhaltsverzeichnis
Was sind BGM Maßnahmen?Handlungsfeld BewegungHandlungsfeld ErnährungHandlungsfeld Mentale GesundheitErgänzende MaßnahmenBGF-Maßnahmen planenZusammengefasst
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Suchen Sie nach neuen, praxistauglichen Ideen für Ihr Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)?
In diesem Artikel finden Sie 52 konkrete Maßnahmen, die Sie direkt in Ihrem Unternehmen umsetzen können – strukturiert nach den zentralen Handlungsfeldern.
Was sind BGM Maßnahmen?
Definition:
“Als BGM Maßnahme gelten alle Maßnahmen, die im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM), konkret dem Teilbereich der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF), von einem Betrieb für die Beschäftigten umgesetzt werden, um die Gesundheit zu verbessern. Darunter fallen die Themen Bewegung, Ernährung und mentale Gesundheit.”
Sie wirken am stärksten, wenn sie:
- multikomponentig sind (Verhalten + Verhältnisse),
- zielgruppenspezifisch ausgerollt werden (Produktion, Verwaltung, Schicht),
- regelmäßig stattfinden und
- gemessen werden (Teilnahme, Zufriedenheit, Wirkung).
Mit dieser Definition für BGM Maßnahmen wissen Sie nun, warauf Sie achten müssen. Im folgenden Video gibt Ihnen BGM-Manager Lars Schirrmacher eine Übersicht der möglichen Handlungsfelder für Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung:
Handlungsfeld Bewegung
Starten wir mit BGF Maßnahmen zu Bewegung. Häufig ist dieser Bereich einer der am besten ausgebauten in der Betrieblichen Gesundheitsförderung – aus gutem Grund: Laut einer Studie der WHO (Weltgesundheitsorganisation) bewegt sich jede dritte Frau und jeder vierte Mann zu wenig. Folgen dieses Bewegungsmangel sind zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Bluthochdruck. Der Bedarf an mehr Bewegung ist eindeutig, weshalb Maßnahmen in diesem Bereich besonders wichtig sind.
Zudem besteht eine starke Korrelation zwischen Bewegung und positiven Effekten auf die mentale Gesundheit.
Los geht’s mit Beispielen zu Gesundheitsförderung im Handlungsfeld Bewegung:
1. Bewegte Pause
Viele Studien zeigen: Wir bewegen uns durchschnittlich viel zu wenig, und das bereits ab dem Jugendalter. Am Arbeitsplatz kann eine bewegte Pause helfen, ein paar zusätzliche Bewegungsminuten Teil des Alltags und der Routine werden zu lassen.
Formate wie “Mitarbeiter bewegen Mitarbeiter” oder kurze geführte Live (+ On-Demand) Sessions haben sich bewährt.
2. Bewegter Arbeitsweg
Zu Fuß oder mit dem Rad in die Arbeit ist ein enormer Gesundheitsbooster. Auch wenn der Wohnort weit weg ist, lässt sich ein Teil des Weges gut zu Fuß zurückzulegen.
Als Arbeitgeber können Sie diese Gewohnheiten am allerbesten durch Infrastruktur wie Duschen und Umziehmöglichkeiten unterstützen.
3. Regelmäßiger Lauf-/Tennis-/Fußballtreff
Gemeinsam ist die Motivation gleich wesentlich höher und man drückt sich seltener einem Gruppentraining, als vor einem Solo-Training. Unterstützen Sie die Initiativen Ihrer Beschäftigten, in dem Sie zum Beispiel Trainingsräume subventionieren oder zur Verfügung stellen.
4. Teilnahme an Businessläufen und gemeinsames Training
In vielen Städten erfreut sich der jährliche Firmenlauf großer Beliebtheit. Meist geht dieser über Streken zwischen 4 und 10 Kilometer, ist also auch für Laufanfänger oder Walker gut geignet. Im Vordergrund steht nicht die sportliche Herausforderung, sondern das gemeinsame Erlebnis.
Nichtsdestotrotz kann der Firmenlauf perfekt genutzt werden, um ein paar geführte Trainingseinheiten oder einen Vortrag zum Thema “Einstieg ins Laufen” anzubieten.
5. Bikeleasing für die Mitarbeiter*innen
Das steuerlich begünstigte Modell hat sich in den letzten Jahren in vielen Unternehmen etabliert und motiviert manch Beschäftigte dazu, den Arbeitsweg mit dem Fahrrad zurückzulegen. Die großen Anbieter arbeiten mit zahlreichen Fahrradhändlern zusammen, so dass Mitarbeiter:innen dort ihr Fahrrad aussuchen können. Als Unternehmen schließen Sie einen Rahmenvertrag mit dem Anbieter.
6. Active Office
Schon mal was vom Active Office gehört. Dahinter verbirgt sich das Konzept die Büroarchitektur so zu gestalten, dass dadurch automatisch mehr Wege und Bewegung entsteht. Den Laserdruck auf den Gang, das Telefon oder die Klammermaschine nicht ganz in Griffweite. Kleinigkeiten können hier für unbewusste Schritte und sogar zu mehr Austausch und Zusammenarbeit innerhalb der Teams führen.
7. Stehende Meetings und bewegte Besprechungen
Anknüpfend an das Konzept des Active Office ist es in einigen Unternehmen mittlerweile üblich, Besprechungen zu zweit, für die keine Unterlagen benötigt werden, im Freien bei einem Spazierganz durchzuführen. Die Bewegung hat den angenehmen Nebeneffekt der geistigen Erholung und führt durch die bessere Durchblutung, mehr Sauerstoff und fehlende Ablenkung durch Screens oft zu besseren Ideen.
Ebenso beliebt in manchen Teams ist die Methode regelmäßige Meetings im Stehen abzuhalten und somit bewusst kürzer zu gestalten. Auch wenn es dabei primär darum geht Meeting-Zeiten zu reduzieren, hat diese Methode bei primär sitzenden Tätigkeiten auch wunderbare gesundheitliche Effekte.
8. Firmeneigenes Fitness-Studio oder subventionierte Abos in Fitnessstudios
Für sehr große Unternehmen kann es eine Möglichkeit sein, ein firmeneigenes Fitnessstudio zu eröffnen. Grundsätzlich kann aber auch bereits die Kooperation mit Fitness Studios in der Nähe große Erfolge erzielen.
In den letzten Jahren haben sich zudem einige Fitnessstudio-Aggregatoren speziell auf Unternehmenskooperationen spezialisiert. Mitarbeitende können dann mit einer Mitgliedschaft in zahlreichen Studios trainieren.
Nachteil dieses Angebots sind die relativ hohen Kosten von rund €30 pro Person und Monat und die Tatsache, dass primär die ohnehin schon sporlichen Mitarbeitenden angesprochen werden.
9. Kurse oder Workshops im Unternehmen
Kurse und Workshops sind beliebte und effiziente Maßnahmen im Betrieblichen Gesundheitsmanagement, solange sie entsprechend gut gebucht werden. Entscheidende Faktoren hierbei sind die Größe des Unternehmens und ob eine Kostenübernahme durch das Unternehmen erfolgt. Gehen Sie davon aus, dass nur ein einstelliger Prozentsatz an Beschäftigten ein Angebot wahrnehmen wird. Wichtig ist auch die Wahl des passenden Zeitpunkts.
10. Firmenübergreifende oder interne Challenges (z.B. mit Schrittzählern)
“Salzburg radelt”, wir gehen um die Welt, pflanzen Bäume, etc. Diverse Mitmachaktionen und Challenges können durchaus einen positiven Effekt erzielen und zu mehr Bewegunen im Unternehmensalltag führen.
Bedenken Sie dabei folgende Aspekte: 1. Kurzfristiger Nutzen. Challenges eignen sich als kurzzeitige Initiativen, nicht jedoch als langfristige Instrumente. 2. Inklusion: Zwar gibtes mittlwerweile tolle Möglichkeiten alle Arten von Bewegung und Gesundheitsdaten zu tracken, aber nicht Jede/r will und kann solche Tools nutzen. 3. Wettbewerb: Der Wettbewerbscharakter von Challenges kann viele Beschäftigte motivieren, bei anderen jedoch den gegenteiligen Effekt haben.
11. Spielerische Bewegung
Nicht nur im Berliner Startup beliebt, der Kicker, Tischtennistisch oder die Rolle an der Wand zum Ausmassieren des Rückens. Mit ein wenig Platz und selbst begrenzten Mitteln lassen sich Bewegungszonen schaffen, die subtil und spielerisch zu mehr Bewegung und kurzen Pausen anregen.
Bedenken des Management hinsichtlich “vergeudeter Arbeitszeit” lassen sich durch zahlreiche Studien zu höherer Produktivität bei aktiver Pausengestaltung und Bildschirmpausen gut entkräften.
Handlungsfeld Ernährung
Hand aufs Herz auf die Fettleber: wer schafft es im stressigen Arbeitsalltag kontinuierlich auf eine gesunde und unterstützende Ernährung zu achten?
Tag für Tag die richtigen Essens-Entscheidungen zu treffen ist durchaus herausfordernd, hat aber einen großen Effekt auf Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit.
Als Arbeitgeber können Sie vor allem ein Umfeld (verhältnisorientierte Gesundheitsförderung) schaffen, das es leichter macht, gesunde Entscheidungen zu treffen. Ganz nach dem Motto: “make the healthy choice the easy choice”.
12. Gesundes Angebot in der Kantine
Hier wird die Verantwortung des Unternehmens deutlich: Denn wie sollen sich die Beschäftigten ausgewogen und gesund ernähren, wenn die eigene Kantine nur ungesunde Gerichte anbietet? Arbeiten Sie ein Konzept aus, in dem gesunde Gerichte den primärem Platz im Angebot der Kantine finden. Achten Sie auch bei der Preisgestaltung darauf, dass die gesunden Gerichte nicht teurer oder kleiner sind.
13. Zuschüsse für Mittagsverpflegung
Ungesundes Essen ist oft nicht nur bequemer, sondern sogar preiswerter. Das erklärt den Griff zu Fast-food Gerichten oder den Besuchdes Imbissstands nebenan.
Subventionierung der Mittagessen sind oft steuerlich begünstigt und können sogar selektiv für ausgewählte Restaurants oder Gerichte umgesetzt werden, so dass Sie dadurch gezielt eine gesundheitsförderliche Ernährung stützen können.
14. Snacks, Snacks, Snacks
Fällt der Blutzuckerspiegel, dann ist der Griff in die Schreibtischlade zu Schokolade und Keks nicht weit. Noch schlimmer, wenn das ungesunde Snacken durch entsprechende Angebote in den Meetingräumen und Kaffeeinseln gefördert wird.
Versuchen Sie stattdessen die süßen Versuchungen, die im Nachhinein ohnehin jeder bereut, durch gesündere Alternativen wie Nüsse oder Müsli zu ersetzen.
15. Vorträge & Ernährungsberatungen
Wenn der DKV Bericht 2025 eines gezeigt hat, dann das Gesundheitskompetenz immer noch sehr viel Potential hat.
Bei Windhund 365 sehen wir anhand der Zuschauerzahlen und Anzahl der Fragen im Livechat ebenfalls, wie hoch das Interesse für Ernährungsthemen ist.
Nutzen Sie dieses Interesse, um spannende Themen in Form von Vorträgen oder Workshops umzusetzen. Wenn Sie eines draufsetzen wollen, dann ermöglichen Sie im Nachgang noch die Inanspruchnahme von individuellen Einzelberatungen.
16. Frischer Obstkorb – und was stattdessen (oder zusätzlich) Sinn macht
Der Obstkorb ist das Sinnbild für generisches, oberflächliches BGM: gut gemeint, schnell bestellt – aber selten ein echter Gamechanger für Gesundheit und Verhalten. Wenn er als einzige Maßnahme eingesetzt wird, bleibt der Nutzen begrenzt. Sinnvoll wird der Obstkorb erst, wenn er Teil eines durchdachten Konzepts ist oder durch wirkungsvollere Maßnahmen ergänzt wird.
So wird aus dem Obstkorb mehr als nur ein Symbol: Er wird zum Aufhänger, um Essgewohnheiten im Arbeitsalltag tatsächlich positiv zu verändern.
17. Gesunde, zuckerfreie Getränke
Ein durchdachtes Getränkeangebot ist ein einfacher, aber wirksamer Hebel im BGM – vorausgesetzt, es geht über „irgendwo steht Wasser“ hinaus. Konkrete Maßnahmen:
- In allen Besprechungsräumen standardmäßig Wasser (still, sprudelnd) und ungesüßter Tee bereitstellen.
- Zuckerhaltige Limonaden in Automaten und Kühlschränken schrittweise reduzieren und durch zuckerfreie Alternativen ersetzen.
- Wasserstationen mit Leitungswasser und optionalen „Infused Water“-Karaffen (z. B. Zitrone, Beeren, Minze) einführen, um Wasser attraktiver zu machen.
- In Kantine und Pausenräumen zuckerfreie Getränke preislich begünstigen und gut sichtbar platzieren.
So werden gesunde Getränke zur naheliegenden ersten Wahl – ohne Verbote und mit überschaubarem Aufwand.
18. Wasserflaschen als Goodie für die Mitarbeiter*innen
Eine hochwertige Trinkflasche im Corporate Design ist mehr als nur ein Werbegeschenk – richtig eingesetzt unterstützt sie aktiv gesundes Verhalten.
19. Betriebsküche
Eine gut ausgestattete Betriebsküche erleichtert gesunde Ernährung im Arbeitsalltag erheblich. Statt täglich auf Kantine, Lieferservice oder Snacks angewiesen zu sein, können Mitarbeiter*innen eigene, ausgewogene Mahlzeiten mitbringen und zubereiten. Konkrete Umsetzung:
- Basis-Ausstattung bereitstellen: Kühlschränke, Mikrowellen, Wasserkocher, Herdplatten oder Induktionsfelder, Geschirrspüler.
- Ausreichend Stauraum für Vorräte, Gewürze und wiederverwendbare Behälter einplanen.
- Klare Nutzungsregeln (Sauberkeit, Beschriftung, Aufbewahrungsfristen) sichtbar aushängen.
- Optional: „Healthy Lunch“-Aktionen initiieren, z. B. gemeinsames Kochen, Rezept-Tausch oder eine monatliche „Meal-Prep-Session“ in der Mittagspause.
So wird die Betriebsküche zu einem Ort, an dem gesunde Ernährung praktisch möglich und sozial verankert wird – statt zur bloßen „Mikrowellen-Ecke“.
20. Kurse oder Workshops in und/oder durch die Firma
Kurse und Workshops helfen, Essgewohnheiten nachhaltig zu verändern – vor allem, wenn sie praxisnah und auf den Arbeitsalltag abgestimmt sind. Statt einmaliger Vorträge empfehlen sich konkrete Reihen und Formate:
- 2–4-teilige Workshopserien zu Themen wie „Meal-Prep für den Arbeitsalltag“, „Zuckerfallen im Büro“, „Essen für Energie statt Mittagstief“ oder „Gewohnheiten ändern statt Diät halten“.
- Kombi aus Theorie und Praxis: kurze Inputs, anschließend gemeinsames Planen von Beispiel-Wochenplänen oder Snack-Ideen, die zum Arbeitsplatz passen (Büro, Außendienst, Schichtbetrieb).
- Kochkurse als Team-Event: gemeinsam schnelle, gesunde Bürogerichte kochen (live vor Ort oder als Online-Kochsession), Rezepte im Intranet oder als PDF zur Verfügung stellen.
- Workshops bewusst in der Arbeitszeit anbieten und mit bestehenden Strukturen verknüpfen (z. B. Kantine, Betriebsküche, Gesundheitswochen), damit möglichst viele teilnehmen können.
So werden Workshops von „nice to have“ zu einem konkreten Werkzeug, mit dem Mitarbeiter*innen gesündere Ernährung im Alltag umsetzen können.
21. Verzicht von Alkohol bei Unternehmensveranstaltungen
Alkoholfreie oder alkoholreduzierte Veranstaltungen sind ein starkes Signal für Gesundheitsförderung, Sicherheit und Inklusion – etwa für Personen, die keinen Alkohol trinken möchten oder dürfen. Unternehmen können hier bewusst Rahmenbedingungen setzen, ohne die Feierkultur zu verlieren. Konkrete Maßnahmen:
- Grundsatz definieren: z. B. „Interne Veranstaltungen während der Arbeitszeit finden alkoholfrei statt“, „Bei größeren Events steht Alkohol nicht im Mittelpunkt“.
- Attraktive Alternativen anbieten: hochwertige alkoholfreie Getränke, Mocktails, besondere Säfte, Infused Water, Spezialkaffee statt „Standard-Bier und -Sekt“.
- Klare Regeln bei heiklen Formaten (z. B. Offsites, Teamreisen): maximale Ausschankzeiten, kein Alkohol vor inhaltlichen Programmpunkten, klare Rückreise- und Sicherheitsregelungen.
- Kommunikation im Vorfeld: kurz erklären, warum alkoholfreie bzw. -arme Events Teil des BGM sind (Gesundheit, Sicherheit, Rücksicht auf alle Zielgruppen).
So wird aus dem „Verzicht“ kein Verlust, sondern ein professioneller Rahmen, in dem sich alle Mitarbeitenden sicher und wohl fühlen können.
22. Angepasste Kantinen-Angebote bei besonderen Arbeitsmodellen (z. B. Schichtbetrieb)
Schichtarbeitende haben oft genau dann Hunger, wenn Kantine oder Bäckerei längst geschlossen sind. Damit gesunde Ernährung trotzdem möglich bleibt, braucht es gezielte Angebote außerhalb der „Bürozeiten“. Konkrete Maßnahmen:
- Erweiterte Öffnungszeiten oder „Late-/Early-Bird-Menüs“ in der Kantine für Früh-, Spät- und Nachtschicht.
- Warme, ausgewogene Gerichte als To-go-Option bereitstellen (z. B. Suppen, Eintöpfe, Bowls), die sich gut aufwärmen lassen.
- Gesunde Automatenlösungen: Vending-Automaten mit frischen Snacks (z. B. Sandwiches mit Vollkorn, Joghurt, Obst, Nüsse) statt primär Süßigkeiten und Softdrinks.
- Klare Kennzeichnung von „Schicht-tauglichen“ Optionen: leicht verdauliche Speisen, die nicht schwer im Magen liegen, z. B. für die Nachtschicht.
- Einbindung der Schichtteams in die Planung: kurze Umfrage, welche Gerichte und Snacks tatsächlich hilfreich wären.
So wird die Verpflegung auch für Mitarbeitende im Schichtdienst planbar, gesund und alltagstauglich.
Handlungsfeld Mentale Gesundheit
Mentale Gesundheit ist eine zentrale Voraussetzung für Leistungsfähigkeit, Motivation und Zufriedenheit im Arbeitsalltag. Dauerhafter Stress, ständige Erreichbarkeit oder ungelöste Konflikte führen sonst schnell zu Erschöpfung, Fehlern und Ausfällen. Unternehmen können hier gezielt ansetzen, indem sie Rahmenbedingungen schaffen, die psychische Belastungen reduzieren und psychische Ressourcen stärken – etwa durch klare Strukturen, offene Kommunikation, Führungskräfte-Schulung und niedrigschwellige Unterstützungsangebote. Die folgenden Maßnahmen zeigen, wie das in der Praxis konkret aussehen kann.
23. Regelmäßige Mitarbeitergespräche
Regelmäßige, gut vorbereitete Mitarbeitergespräche schaffen Vertrauen und machen Belastungen früh sichtbar. Vereinbaren Sie fixe Termine (z. B. halbjährlich plus kurze Check-ins pro Quartal) und geben Sie explizit Raum für psycho-soziale Themen: Arbeitsbelastung, Teamklima, Konflikte, private Belastungen, die den Job beeinflussen. Wichtig: Führungskräfte sollten aktiv zuhören, vereinbarte Maßnahmen dokumentieren und nachverfolgen.
24. Teambuildings für eine gute Zusammenarbeit
Teambuilding sollte mehr sein als einmal jährlich „Klettern gehen“. Planen Sie regelmäßige Formate, die direkt an der Zusammenarbeit ansetzen: moderierte Team-Workshops (Rollen klären, Erwartungen, Kommunikationsregeln), gemeinsame Retrospektiven nach Projekten sowie kleinere, informelle Aktivitäten im Alltag (gemeinsames Frühstück, kurze Team-Check-ins). Ziel ist ein stabiles Wir-Gefühl und ein Klima, in dem sich alle äußern können.
25. Aktives BEM (Betriebliches Wiedereingliederungsmanagement)
Nach längerer Erkrankung braucht es eine strukturierte Rückkehr statt „Sprung ins kalte Wasser“. Richten Sie ein standardisiertes BEM-Verfahren ein: frühzeitige Einladung zum freiwilligen BEM-Gespräch, Klärung von Belastungen und Ressourcen, stufenweise Wiedereingliederungsmodelle (Stundenumfang, Aufgaben), enge Abstimmung zwischen Führungskraft, HR und ggf. Arbeitsmediziner*in. Dokumentieren Sie den Prozess und bieten Sie bei Bedarf externe psychologische Unterstützung an.
26. Kurse oder Workshops in und/oder durch die Firma
Mentale Gesundheit lässt sich gut über praxisnahe Trainings stärken. Bieten Sie regelmäßig Workshops an, z. B. zu Stressmanagement, Resilienz, digitalem Stress, Zeit- und Selbstmanagement, Umgang mit schwierigen Gesprächen oder Schlaf & Erholung. Idealerweise kombinieren Sie kurze Impulse mit Übungen, Reflexionsaufgaben und Transfer in den Arbeitsalltag. Stellen Sie Aufzeichnungen oder Unterlagen anschließend über Intranet oder Lernplattform zur Verfügung.
27. Potenziale der Beschäftigten fördern
Wer seine Stärken nutzen kann, ist motivierter und psychisch stabiler. Führen Sie systematische Entwicklungsgespräche, in denen Kompetenzen, Interessen und Entwicklungsziele besprochen werden. Bieten Sie passende Weiterbildungen, Job-Rotation, Projektverantwortung oder Mentoring an. Schulen Sie Führungskräfte darin, Stärken zu erkennen und realistische Entwicklungsschritte zu vereinbaren.
28. Klare Regeln zur Erreichbarkeit
Definieren Sie verbindliche Regeln, wann Erreichbarkeit erwartet wird – und wann nicht. Beispiele: keine Pflicht, nach Dienstschluss oder am Wochenende auf Mails zu reagieren, klare Vertretungsregelungen im Urlaub, „Focus-Zeiten“ ohne Meeting- und Chat-Anfragen. Kommunizieren Sie diese Regeln transparent, verankern Sie sie in Betriebsvereinbarungen und achten Sie darauf, dass Führungskräfte sie vorleben.
29. Führungskräfteschulungen
Führung hat direkten Einfluss auf die psychische Gesundheit. Bieten Sie regelmäßige Schulungen für Führungskräfte an – zu wertschätzender Kommunikation, Feedback, Umgang mit Belastungen im Team, Erkennen von Überlastungssignalen und Führen in hybriden/remote Settings. Ergänzen Sie diese Trainings durch Peer-Austauschformate, Supervision oder Coaching, damit Führungskräfte konkrete Situationen besprechen können.
30. Sensibilisierung für das Thema Mobbing
Mobbingprävention braucht klare Haltung und konkrete Prozesse. Legen Sie schriftlich fest, dass Mobbing und Diskriminierung nicht toleriert werden, und kommunizieren Sie Meldewege (z. B. Vertrauensperson, Betriebsrat, externe Stelle). Führen Sie Sensibilisierungs-Workshops durch, in denen typische Dynamiken, Rollen und Handlungsmöglichkeiten thematisiert werden. Stellen Sie sicher, dass Beschwerden ernst genommen, dokumentiert und systematisch bearbeitet werden.
31. Pausenzeiten und Urlaube beachten
Erholung ist nicht „nice to have“, sondern Voraussetzung für Leistungsfähigkeit. Achten Sie darauf, dass Pausen eingehalten und nicht dauerhaft durch Meetings oder Anrufe unterbrochen werden. Machen Sie klar: Urlaube sind arbeitsfreie Zeiten – keine Mails, keine Anrufe, keine „kurzen Rückfragen“. Unterstützen Sie dies durch Vertretungsregelungen und automatische Abwesenheitsnotizen.
32. Office Design
Die physische Arbeitsumgebung beeinflusst Konzentration und Wohlbefinden. Prüfen Sie regelmäßig: Sind Lichtverhältnisse, Lärmpegel, Raumtemperatur und Luftqualität angenehm? Schaffen Sie Rückzugsorte für konzentriertes Arbeiten sowie Zonen für Austausch. Ergonomische Arbeitsplätze, ausreichend Pflanzen, klare Ordnung und gute Beschilderung tragen ebenfalls zur mentalen Entlastung bei.
33. Wertschätzung am Arbeitsplatz
Wertschätzung ist ein starker Schutzfaktor für die mentale Gesundheit. Etablieren Sie eine Kultur, in der gute Arbeit sichtbar gemacht und anerkannt wird – durch regelmäßiges Feedback, kurze Danksagungen im Alltag, gemeinsame Erfolge-Reviews oder formalisierte Anerkennungsformate (z. B. „Danke-Wand“, interne Awards). Schulen Sie Führungskräfte darin, konkret und glaubwürdig zu loben.
34. Thema Schlaf und Schlafhygiene
Schlafmangel ist ein zentraler Treiber für Stress, Fehler und Gereiztheit. Thematisieren Sie Schlaf aktiv im BGM: Info-Sessions oder Vorträge zu Schlafhygiene, Auswirkungen von Schichtarbeit auf den Schlaf, Umgang mit Bildschirmzeiten am Abend. Ergänzend können Sie Materialien mit konkreten Tipps bereitstellen und in Gesundheitswochen oder Kampagnen einbinden.
35. Psychische Gefährdungsbeurteilung
Neben der klassischen Arbeitssicherheit sollte auch die psychische Belastung systematisch erfasst werden. Führen Sie eine psychische Gefährdungsbeurteilung durch, z. B. mittels Mitarbeiterbefragungen, Workshops oder Interviews. Analysieren Sie Faktoren wie Arbeitsmenge, Zeitdruck, Handlungsspielraum, soziale Unterstützung, Rollenunklarheit oder Störungen. Leiten Sie daraus konkrete Maßnahmen ab (z. B. Prozessanpassungen, Personalaufstockung, Führungskräfteentwicklung) und überprüfen Sie die Wirkung regelmäßig.
36. Realistische Arbeitslast und Prioritätenklärung
Dauerhafte Überlastung ist einer der stärksten Stress-Treiber. Führen Sie eine regelmäßige Kapazitätsplanung ein: Welche Aufgaben haben Priorität, was kann entfallen oder verschoben werden? Etablieren Sie klare „Stop-Regeln“ (z. B. keine neuen Projekte ohne gleichzeitiges Abgeben anderer Aufgaben) und nutzen Sie Team- oder Bereichs-Stand-ups, um Belastung offen zu besprechen und Arbeit umzuverteilen.
37. Gesunde Meetingkultur und Fokuszeiten
Zu viele oder schlecht vorbereitete Meetings erzeugen Stress und Fragmentierung. Definieren Sie Meeting-Grundsätze: klare Agenda, feste Dauer, nur notwendige Teilnehmer*innen, pünktlicher Start und Abschluss. Ergänzen Sie dies durch verbindliche Fokuszeiten ohne Meetings und Chat-Anfragen (z. B. vormittags 9–11 Uhr), in denen konzentriertes Arbeiten möglich ist.
38. Niederschwellige psychologische Beratung (EAP)
Viele Beschäftigte holen sich erst sehr spät Hilfe. Richten Sie ein anonymes, leicht zugängliches Beratungsangebot ein – intern über psychosoziale Ansprechpersonen oder extern über ein Employee Assistance Program (EAP). Wichtig: gut sichtbare Kommunikation der Kontaktwege, Vertraulichkeit klar betonen und das Angebot regelmäßig in Meetings, im Intranet und bei Onboardings erwähnen.
39. Peer-Support und Mental-Health-Ansprechpersonen
Kolleginnen sind oft die ersten, denen Belastungen auffallen. Schulen Sie ausgewählte Mitarbeitende als „Mental-Health-Botschafterinnen“ oder Vertrauenspersonen: Grundlagen zu Stress, Gesprächsführung, Weiterverweis an professionelle Stellen. Geben Sie ihnen klar definierte Rollen (z. B. Erstansprechperson, keine Therapie) und machen Sie sie unternehmensweit sichtbar.
40. Gute Change-Kommunikation bei Veränderungen
Restrukturierungen, neue Tools oder Strategiewechsel sorgen schnell für Unsicherheit. Entwickeln Sie einen klaren Prozess für Change-Kommunikation: frühzeitig informieren, Gründe und Ziele erklären, Auswirkungen transparent benennen, Fragemöglichkeiten schaffen (Q&A-Sessions, Sprechstunden) und Feedback aktiv einholen. So reduzieren Sie Ängste und stärken das Gefühl von Kontrolle und Mitgestaltung.
Ergänzende Maßnahmen
Ergänzend dazu können Unternehmen mit vergleichsweise geringem Aufwand viel bewirken – etwa durch ergonomische Arbeitsplätze, Bewegungs- und Mikropausenangebote, Rauchstopp-Unterstützung, Impfaktionen, Gesundheitschecks oder die Einbindung externer Beratungsstellen. Entscheidend ist, dass solche Maßnahmen nicht isoliert umgesetzt werden, sondern zu den drei großen Handlungsfeldern passen und in ein gemeinsames, gut kommuniziertes BGM-Konzept eingebettet sind.
41. Kurse und Workshops zur Suchtprävention
Suchtprävention ist ein zentraler Baustein im Gesundheitsmanagement. Bieten Sie regelmäßig Kurse oder Workshops zu Themen wie Rauchstopp, verantwortungsvoller Alkoholkonsum oder Umgang mit Medikamenten und digitalen Süchten an. Arbeiten Sie dafür mit externen Expert*innen zusammen, stellen Sie Informationsmaterial bereit und verknüpfen Sie die Angebote mit anonymen Beratungsstellen, auf die Betroffene bei Bedarf zurückgreifen können.
42. Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung
Richten Sie Arbeitsplätze systematisch ergonomisch ein, statt es dem Zufall zu überlassen. Organisieren Sie regelmäßige Ergonomie-Checks durch Fachkräfte, bei denen Monitorhöhe, Sitzposition, Tastatur, Maus und Lichtverhältnisse individuell angepasst werden. Ergänzen Sie dies durch kurze Anleitungen (Poster, Videos, E-Learnings) und bieten Sie – wo möglich – höhenverstellbare Tische oder alternative Arbeitsplätze an.
43. Gesundheitschecks und Vorsorgeuntersuchungen
Unterstützen Sie Ihre Beschäftigten aktiv dabei, Gesundheitsrisiken frühzeitig zu erkennen. Organisieren Sie regelmäßig betriebliche Gesundheitschecks (z. B. Blutdruck, Blutzucker, Seh- und Hörtests, Rückencheck) und weisen Sie auf Vorsorgeuntersuchungen hin. Bieten Sie fixe Aktionstage an oder regelmäßige Sprechstunden, kommunizieren Sie die Angebote gut sichtbar und betonen Sie die Vertraulichkeit der medizinischen Daten.
44. Betriebsarzt und Betriebspsycholog*in
Ein niederschwelliger Zugang zu medizinischer und psychologischer Beratung senkt Hemmschwellen und verhindert, dass Probleme „aufschieben“ zur Gewohnheit wird. Richten Sie regelmäßige Sprechstunden eines Betriebsarztes und – wo möglich – einer Betriebspsychologin ein. Kommunizieren Sie klar, wie Termine vereinbart werden können, welche Themen dort besprochen werden können und dass die Gespräche vertraulich sind.
45. Weiterbildungsmöglichkeiten und Coachings
Berufliche Entwicklung wirkt sich direkt auf Motivation und Gesundheit aus. Etablieren Sie klare Weiterbildungswege: jährliche Entwicklungsgespräche, individuelle Weiterbildungsbudgets, interne Lernformate sowie Zugang zu Coaching – z. B. bei Führungs- oder Veränderungsaufgaben. So signalisieren Sie: „Deine Entwicklung ist gewünscht“, stärken Selbstwirksamkeit und binden Mitarbeitende langfristig an das Unternehmen.
46. Gesundheitstage
Planen Sie mindestens einmal pro Jahr einen Gesundheitstag (oder eine Gesundheitswoche), an dem sich alles um das Thema Gesundheit dreht. Kombinieren Sie Check-Stationen (z. B. Körperanalyse, Beweglichkeitstests), Kurzvorträge, Workshops, Schnupperangebote (Yoga, Entspannung, aktive Pause) und digitale Formate für Beschäftigte im Homeoffice oder an anderen Standorten. So entsteht ein erlebbares Highlight, das Aufmerksamkeit und Bewusstsein für Gesundheit deutlich erhöht.
47. Inhalte gezielt für verschiedene Mitarbeitergruppen
Unterschiedliche Zielgruppen brauchen unterschiedliche Angebote. Analysieren Sie Ihre Belegschaft (z. B. Produktion, Büro, Schichtdienst, Azubis, ältere Mitarbeitende) und entwickeln Sie passgenaue Formate: kurze Bewegungsimpulse am Band, Online-Vorträge für Büroteams, spezielle Angebote für Schichtarbeitende oder Programme für ältere Beschäftigte. Kommunizieren Sie klar, welche Maßnahme sich an welche Gruppe richtet.
48. Ermöglichen einer guten Work-Life-Balance
Unterstützen Sie Ihre Beschäftigten dabei, Beruf und Privatleben gesund zu vereinbaren. Dazu gehören flexible Arbeitszeitmodelle, planbare Dienstpläne, Homeoffice-Möglichkeiten, Teilzeitoptionen und – wo möglich – Angebote wie Betriebskinderbetreuung oder Zuschüsse zu Betreuungskosten. Wichtig ist, dass diese Möglichkeiten transparent kommuniziert werden und Führungskräfte ihre Nutzung aktiv unterstützen.
49. Ideen und Wünsche der Beschäftigten nutzen
Binden Sie die Menschen ein, die die Angebote später nutzen sollen. Führen Sie regelmäßige Befragungen oder kurze Puls-Checks zu BGM-Themen durch, richten Sie eine digitale Ideenbox ein und holen Sie Feedback nach Aktionen ein. Arbeiten Sie mit einem gemischten BGM-Beirat (verschiedene Bereiche, Altersgruppen), der Maßnahmen mitentwickelt. So steigt die Relevanz der Angebote – und damit auch die Teilnahme.
50. Finanzielle Beratungen und Finanzmanagement
Finanzielle Sorgen sind ein häufiger Stressfaktor. Bieten Sie daher Informationsabende oder Webinare zu Themen wie Haushaltsbudget, Schuldenprävention, Vorsorge oder finanzieller Absicherung an. Kooperieren Sie mit unabhängigen Beratungsstellen oder Finanzexpert*innen, achten Sie auf Werbefreiheit und machen Sie das Angebot für alle Beschäftigten leicht zugänglich und möglichst anonym.
51. Leitlinien für einen gesunden Arbeitsplatz im Homeoffice
Homeoffice braucht klare Rahmenbedingungen, damit Gesundheit nicht auf der Strecke bleibt. Erarbeiten Sie einfache Leitlinien für ergonomische Ausstattung, Pausen, Erreichbarkeit, Meetingzeiten und digitale Zusammenarbeit. Ergänzen Sie diese durch Checklisten, kurze Videos oder Online-Trainings und bieten Sie – wo möglich – Unterstützung bei der Ausstattung des häuslichen Arbeitsplatzes (z. B. Zuschuss für Stuhl, Bildschirm).
52. Innovative digitale BGM-Ansätze
Nutzen Sie die Möglichkeiten der Digitalisierung, um alle Standorte und Arbeitsmodelle zu erreichen. Setzen Sie auf Online-Kurse, Live-Webinare, Video-Bibliotheken, BGM-Apps, Web-Apps für Mikropausen oder digitale Coaching-Angebote. Idealerweise bündeln Sie diese Angebote auf einer zentralen Plattform, über die Mitarbeitende jederzeit und von überall auf Inhalte zugreifen können – live oder on demand.
BGF-Maßnahmen planen
Maßnahmen im Betrieblichen Gesundheitsmanagement sollten bewusst geplant werden – aber nie starr. Ein Jahresplan gibt Orientierung, dennoch braucht es genügend Flexibilität, um auf aktuelle Themen und Belastungen reagieren zu können. Wichtig ist: BGM-Maßnahmen dürfen und sollen vielfältig sein. In jedem Unternehmen arbeiten Menschen mit sehr unterschiedlichen Lebenssituationen, Gesundheitszuständen und Bedürfnissen – ein „One-size-fits-all“-Ansatz greift daher zu kurz.
Besonders wirkungsvoll wird BGM, wenn Planung und Bedarf eng miteinander verknüpft werden. Kurze, regelmäßige Umfragen, Pulschecks oder Feedbackrunden helfen, aktuelle Themen sichtbar zu machen: Welche Angebote werden genutzt? Wo drückt der Schuh? So lassen sich Maßnahmen gezielt anpassen, ausbauen oder ersetzen.
Auch saisonale Schwerpunkte sind sinnvoll: In Herbst und Winter können Formate zu Stimmung, Antriebslosigkeit oder depressiven Verstimmungen besonders hilfreich sein. Im Frühling und Sommer eignen sich Bewegungsangebote wie Lauftreffs oder Einstiegsprogramme – idealerweise verknüpft mit einem klaren Ziel, etwa einem jährlichen Business-Lauf. Konkrete Anlässe erhöhen erfahrungsgemäß die Beteiligung und Motivation deutlich.
Zusammengefasst
Für kleinere Unternehmen wirken manche BGM-Maßnahmen zu Beginn groß oder aufwendig. Entscheidend ist jedoch nicht, mit einem perfekten Gesamtpaket zu starten, sondern überhaupt anzufangen. Ein erster wöchentlicher Lauftreff, eine kleine Vortragsreihe oder ein einzelner Gesundheitstag können der Einstieg sein – weitere Maßnahmen lassen sich Schritt für Schritt ergänzen und professionalisieren.
In sehr großen Unternehmen gilt umgekehrt: Viele Maßnahmen allein machen noch kein gutes BGM. Entscheidend ist, ob Angebote die richtigen Zielgruppen erreichen, genutzt werden und tatsächlich Wirkung zeigen. Kennzahlen zur Teilnahme, Feedback der Beschäftigten und qualitative Rückmeldungen sind hier zentrale Steuerungsgrößen.
Hilfreich ist der klassische PDCA-Zyklus:
- Plan: Ziel definieren, Zielgruppe festlegen, Maßnahme planen.
- Do: Maßnahme umsetzen und gut kommunizieren.
- Check: Nutzung und Wirkung auswerten (Teilnahme, Feedback, ggf. Kennzahlen).
- Act: Maßnahme anpassen, ausbauen oder durch passendere Angebote ersetzen.
Kurz gesagt: Jedes Unternehmen – unabhängig von Größe und Branche – profitiert von einem systematischen, aber pragmatischen Umgang mit Betrieblichem Gesundheitsmanagement. Gesunde Beschäftigte sind motivierter, leistungsfähiger und bleiben dem Unternehmen länger erhalten. Die vorgestellten Beispiele können ein Ausgangspunkt sein, um das eigene BGM Schritt für Schritt weiterzuentwickeln.



