Was ist Betriebliches Gesundheitsmanagement?

Was ist Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)?

Betriebliches Gesundheitsmanagement, kurz BGM, ist die Planung, Implementierung sowie der Ausbau betrieblicher Strukturen, mit dem Ziel den Arbeitsplatz gesundheitsförderlich zu gestalten. BGM möchte einerseits Ressourcen stärken und andererseits Belastungen sowie Stressoren eliminieren. Erfolgreiches BGM bietet einen hohen Nutzen und ist eine Win-win-Situation: Beschäftigte profitieren von einem gesunden Arbeitsumfeld, sind häufig motivierter, loyaler und erbringen eine bessere Leistung – und somit gewinnt auch das Unternehmen. 

 

BGM kurz erklärt

Unsere Welt verändert sich ständig. Von Mitarbeiter*innen wird gefordert flexibel, mobil und allzeit erreichbar zu sein. Das bringt Stress und Unsicherheit mit sich. Fakt ist, dass Menschen, die unter Dauerstress stehen, oder mit ihrem Job unglücklich sind, ein erhöhtes Risiko haben krank zu sein. Krankheitstage kosten Unternehmer sowie den Sozialstaat jährlich Millionen Euro. Zeit etwas zu tun. 

Es gilt den Arbeitsplatz als ein zentrales Lebensumfeld wahr zunehmen, denn viele Menschen verbringen einen nicht unbeachtlichen Teil ihrer Lebenszeit dort. Unternehmer*innen haben daher die Verantwortung, ein gesundes und positives Arbeitsumfeld zu schaffen. Mit Betrieblichem Gesundheitsmanagement kann dies erreicht werden.

Die drei Säulen des BGM

BGM kann in drei Säulen unterteilt werden. Der Arbeitnehmer*innenschutz ist der erste Schritt. Unternehmen sind gesetzlich verpflichtet ihre Arbeitnehmer*innen vor Gefahren zu schützen. Dies bezieht sich nicht nur auf den technischen bzw. baulichen Schutz. Darunter fallen auch die Arbeitsorganisation, psychische Beanspruchung und Belastungen durch neue Technologien sowie Umwelteinflüsse.

Der zweite Schritt ist die Betriebliche Gesundheitsförderung, kurz BGF. Diese umfasst einerseits gezielte Maßnahmen, um die Gesundheit der Mitarbeiter*innen zu fördern und andererseits bedeutet es eine wertschätzende und soziale Führungskultur im Unternehmen zu etablieren.

Im dritten und letzten Schritt geht es um die Wiedereingliederung von Erkrankten ins Unternehmen. Das Ziel ist es, erkrankte Mitarbeiter*innen stufenweise zurück in den Betrieb zu bringen und eine erneute Erkrankung zu vermeiden. 

BGM Rechtsgrundlagen in Deutschland

In Deutschland gehören der Arbeits- und Gesundheitsschutz laut dem Arbeitsschutzgesetz zu den verpflichtenden Maßnahmen für Unternehmen. Das betriebliche Eingliederungsmanagement ist in Deutschland laut SGB IX (Neuntes Buch Sozialgesetzbuch) ebenfalls verpflichtend. Das Gesetz bietet einen vorgeschriebenen organisatorischen Prozess. Betroffene Mitarbeiter*innen können diesen freiwillig durchlaufen. Das BGF kann freiwillig von Firmen umgesetzt werden und muss rechtlich, laut SGB V, von den Krankenkassen unterstützt werden. Arbeitgeber haben die Möglichkeit jährlich 500 Euro für qualitätsgeprüfte BGF-Maßnahmen steuerfrei auszugeben (EStG).

BGM Rechtsgrundlage Österreich

In Österreich ist laut dem ASchG (ArbeitnehmerInnenschutzgesetz) nur der ArbeitnehmerInnenschutz verpflichtend von Betrieben umzusetzen. Die betriebliche Gesundheitsförderung kann auf freiwilliger Basis implementiert werden. Das ASVG (Allgemeines Sozialversicherungsgesetz) legt fest, dass Krankenkassen Präventionsleistungen anbieten müssen. Das GfG (Gesundheitsförderungsgesetz) regelt die Umsetzung von BGF und legt ein österreichweites Budget zur Förderung fest. Auch das Wiedereingliederungsmanagement kann freiwillig vom Unternehmer umgesetzt werden. Es gibt jedoch ein Case-Management-Programm, welches im AGG (Arbeits-und-Gesundheits-Gesetz) verankert ist. Die Unterstützung findet in staatlich finanzierten Beratungsstellen statt.  

Verhältnisorientierte vs. verhaltensorientierte Maßnahmen

BGM besteht nicht nur aus Maßnahmen, sondern muss um erfolgreich zu sein, ein Teil der Unternehmenskultur werden, der von allen – und besonders von den Führungskräften – gelebt und vor allem vorgelebt wird. Studien belegen, dass BGM systematisch umgesetzt werden muss und verhältnisorientierte sowie verhaltensorientierte Maßnahmen beinhalten sollte, um erfolgreich zu sein.

Doch was bedeutet das? 

 

Verhältnisorientierte Maßnahmen

Verhaltensorientierte Maßnahmen

Ziel

Arbeitsverhältnisse zu verbessern und Ressourcen der Mitarbeiter*innen zu stärken

die Möglichkeit für Mitarbeiter*innen selbst bestimmt neue, gesunde Verhaltensweisen zu erlernen

Maßnahmenein ergonomischer Arbeitsplatz Beratungen und Informationen sowie  Kurse (digital und analog) zu Themen wie: 
optionale medizinische Checks und  Impfungen
eine bewegungsfreundliche ArbeitsumgebungBewegung
gesundes Essengesunde Ernährung
eine achtsame FührungskulturStressreduktion
ein gutes ArbeitsklimaSuchtprävention

 

Key Facts zum BGM

  • BGM gehört zu den Unternehmenszielen und wird als solches in der Unternehmenskultur verankert
  • Finanzielle Mittel für BGM müssen im Budget eingeplant werden – personell sowie auch für einzelne Maßnahmen
  • Es gibt einen BGM-Verantwortlichen im Unternehmen, mit den nötigen zeitlichen Ressourcen und der Budgetverantwortung
  • Mitarbeiter*innen sind in die Erstellung der Maßnahmen mit eingebunden
  • Vor dem Start sollte der Bedarf für BGM im Unternehmen erhoben werden
  • BGM darf nicht nur die Gesunden gesünder machen. Mit zielgruppen-spezifischen Maßnahmen können alle Mitarbeiter*innen angesprochen werden: Auszubildende, ältere Arbeitnehmer*innen, Menschen mit Migrationshintergrund, Menschen jeglichen Bildungsgrades, Sportliche und Unsportliche, Gesunde und Kranke
  • Gutes BGM ist messbar

Empfohlene Themen

BGM Insights

Whitepaper

Digitales BGM: Chancen, Herausforderungen, Lösungen

...
Artikel Bild zu Arbeiten im BGM
BGM Insights

Karriere im Betrieblichen Gesundheitsmanagement

...
BGM Insights

Nutzen von Betrieblichem Gesundheitsmanagement (BGM)

...
Alle Artikel