27 praktische Tipps für das BGM

Und den erfolgreichen Start als BGM-Manager


27 Tipps im PDF

Im PDF finden Sie alle Tipps für den erfolgreichen Start als BGM-Manager.

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„Ich übernehme jetzt das BGM“ – diesen Satz hören wir immer wieder von Interessenten. Häufig ist das Thema des Betrieblichen Gesundheitsmanagements für diese Personen dann aber noch absolutes Neuland.

Dass diese sich dann hilflos die Frage stellen, wie sie das denn nun schaffen sollen, ist klar.

Doch keine Sorge! Wir haben etwas vorbereitet, um genau diese Situation zu entschärfen: 27 praktische Tipps für den Start als BGM-Manager.

Darin sehen wir uns gemeinsam an, was BGM eigentlich ist, mit welchen Aufgaben Sie als BGM-Manager ab sofort konfrontiert sind und geben Ihnen hilfreiche Tipps, wie Sie diese neuen Herausforderungen meistern können.

Für weitere Infos sowie gesammeltes Basis-Wissen können wir Ihnen diese beiden weiteren Guides und unsere Ausbildung zur BGM-Fachkraft im Onlineformat ans Herz legen:

✓  Ausbildung BGM Fachkraft Online Kurs
✓  Ultimativer Guide für digitales BGM
✓  Was ist BGM? Die einfache Zusammenfassung

So, und jetzt starten wir aber direkt los!

WAS IST BGM? IN 5 PUNKTEN ERKLÄRT

Um ein erfolgreicher BGM Manager zu sein, müssen Sie zuallererst natürlich verstehen, was denn BGM überhaupt ist. Wir möchten Ihnen in 5 Punkten möglichst kompakt und einfach die wichtigsten Punkte erklären, die Sie für einen Start ins BGM wissen sollten. Für eine detaillierte Erklärung der folgenden Punkte sehen Sie sich am besten unsere Zusammenfassung „Was ist BGM?“ an.

1 Abkürzungen: 

BGM ist die Abkürzung für Betriebliches Gesundheitsmanagement. BEM steht für Betriebliches Wiedereingliederungsmanagement und BGF für Betriebliche Gesundheitsförderung.

2 Definition: 

Das BGM ist ein ganzheitlicher Management Ansatz. Aufbauend auf den drei Basis-Säulen (BGF, BEM und dem Arbeitsschutz) hat man im BGM zum Ziel den Arbeitsplatz und seine umgehenden Strukturen gesundheitsförderlich zu gestalten.

3 Ziel: 

Sind Arbeitnehmer gesünder, sind sie glücklicher, produktiver, weniger häufig krank und loyaler – dies wirkt sich positiv auf den Unternehmenserfolg aus. 

4 Rechtsgrundlage: 

In Deutschland ist sowohl der Arbeitsschutz als das BEM verpflichtend durchzuführen, die BGF ist hingegen freiwillig. In Österreich ist nur der Arbeitsschutz verpflichtend.

5 BGM Manager:

 Der BGM Manager ist eine Koordinationsstelle. Er oder Sie ist dafür verantwortlich, Strukturen des Gesundheitsmanagement aufzubauen, Maßnahmen umzusetzen, alle Stakeholder miteinzubeziehen, die Interessen und Bedürfnisse der Arbeitnehmer zu erkennen und Gesundheitsgespräche zu führen. 

 

IHRE AUFGABEN ALS BGM MANAGER:

Je nachdem ob es bei Ihnen im Unternehmen schon ein Betriebliches Gesundheitsmanagement gibt oder Sie dieses erst einführen, fallen mehr oder weniger Aufgaben in Ihren Aufgabenbereich.

Wenn Sie das BGM einführen müssen, arbeiten Sie auf einer grünen Wiese und können noch alles so gestalten, wie Sie es für richtig halten. Nutzen Sie für die Einführung des Gesundheitsmanagements unseren 6+1 Schritte Prozess:

  1. Ziel und Strategie entwickeln
  2. Strukturen aufbauen
  3. Ist-Analyse durchführen
  4. Feinziele definieren
  5. Maßnahmen planen
  6. Das Team sensibilisieren
  7. Erfolgskontrolle und Evaluierung

 

Sobald das Gesundheitsmanagement eingeführt ist, kommt das Tagesgeschäft auf Sie zu. Aufgaben eines BGM Managers sind unter anderem:

  • Abstimmung mit Geschäftsführung und Stakeholdern zu Zielen, Ergebnissen und Entwicklung des BGM
  • Maßnahmenplanung und Umsetzung
  • Gespräche mit Mitarbeitenden führen (z.B. Wiedereingliederungsgespräche oder allgemeine Feedback-Gespräche)
  • Begehungen im Unternehmen durchführen (z.B. zwecks Arbeitssicherheit)
  • Ansprechperson für alle Anliegen zum BGM sein
  • Gesunde und sichere Arbeitsstrukturen entwickeln

Um diese Aufgaben erfolgreich zu erledigen, haben wir im Folgenden 27 Tipps für Sie vorbereitet, die Sie dabei unterstützen sollen:

27 TIPPS FÜR DEN START ALS BGM-MANAGER

Wenn Sie gerade mit der Aufgabe des Betrieblichen Gesundheitsmanagements beauftragt wurden, empfehlen wir Ihnen sich zuerst selbst etwas fortzubilden. Folgende Tipps können wir Ihnen diesbezüglich geben. Die Liste beginnt mit Tipps, wie Sie sich perönlich weiterbilden können, Tipps für die Umsetzung, dem Tagesgeschäft und zum Schluss der Ergebnisinterpretation. 

  1. Erlernen Sie die Basics des Gesundheitsmanagements
    Es gibt viele Möglichkeiten, sich im Betrieblichen Gesundheitsmanagement ausbilden zu lassen. Häufig geschieht dies im Studium, Sie können allerdings auch einen Kurs (Online oder Analog) absolvieren. Die erste vom BBGM anerkannte Ausbildungsstufe ist die „Fachkraft Betriebliches Gesundheitsmanagement“. Diese können wir Ihnen empfehlen – entweder Sie absolvieren diese in unserem Onlinekurs oder bei einem anderen Anbieter vor Ort.
     
  2. Erlernen Sie die Basics des Projektmanagements / Organisation
    Projektmanagement ist sehr wichtig im BGM, weshalb wir Ihnen ans Herz legen können, sich in dieser Disziplin einzulesen.
     
  3. Bauen Sie Ihre analytischen Fähigkeiten aus
    BGM ist im Grunde ein Projekt. Und für das Fortführen eines Projektes möchte die Geschäftsführung in der Regel positive Zahlen sehen. Aus diesem Grund müssen Sie analytisch fit sein, um Kennzahlen zu errechnen und die gesetzten Maßnahmen bewerten zu können.
     
  4. Bauen Sie Ihre Beratungskompetenz aus
    Als BGM-Manager sind Sie der Ansprechpartner für die Arbeitnehmer. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Sie gut zuhören und beraten können. Es gibt verschiedene Kurse, die eine Verbesserung dieser Fähigkeiten ermöglichen.
     
  5. Definieren Sie die Ziele gemeinsam mit Geschäftsführung und Stakeholdern
    Als BGM-Manager müssen Sie eng mit der Geschäftsführung und den Stakeholdern zusammenarbeiten. Definieren Sie die Ziele gemeinsam in einem Meeting und finden Sie so Ziele, die Sie beide als realistisch betrachten.
     
  6. Halten Sie die Ziele schriftlich fest
    Um die Ergebnisse des Betrieblichen Gesundheitsmanagements bewerten zu können, sollten Sie die definierten Ziele auch schriftlich festhalten. Außerdem dient dies einer allgemein anerkannten Basis.
     
  7. Definieren Sie Ziele SMART
    Vielleicht haben Sie schon einmal davon gehört, Ziele SMART zu definieren – spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminierbar. Nutzen Sie diese Praxis auch im BGM. 
     
  8. Strukturen clever aufbauen
    Im BGM ist es wichtig, Strukturen innerhalb des Unternehmens als auch nach außen zu nutzen. Hören Sie sich um: gibt es im Unternehmen schon Verbindungen zu interessanten Kontakten, die Sie nutzen können?
     
  9. Führen Sie die Ist-Analyse umfassend durch
    Nur wenn Sie wissen, wie Ihre Ausgangslage ist, können Sie Ihre Maßnahmen anschließend auch angebracht bewerten. Lassen Sie sich daher Zeit, die Ist-Analyse umfassend und ausführlich umzusetzen. Eine gute Basis ist wichtig für spätere Arbeitsschritte!
     
  10. Planen Sie Maßnahmen für alle Zielgruppen
    Ein häufiger Fehler im BGM: Maßnahmen nur für eine Zielgruppe. Überlegen Sie sich daher genau, wen Sie im Unternehmen alle erreichen sollten. Spezielle Maßnahmen für Schichtarbeiter, Außendienstmitarbeiter, Lehrlinge oder Teilzeitkräfte sind wichtig. Versuchen Sie „outside the box“ zu denken.
     
  11. Planen Sie Maßnahmen für das ganze Jahr
    Es ist immer gut, einen Plan zu haben. Versuchen Sie daher, die Maßnahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagement im Voraus zu planen – idealerweise sogar ein ganzes Jahr im Voraus. Aber…
     
  12. Bleiben Sie in der Maßnahmenplanung flexibel
    …bleiben Sie dabei stets flexibel. Denn es werden Momente kommen, die Sie nicht planen konnten und die Aufmerksamkeit benötigen. Beispiel: Die Corona-Pandemie hatte niemand am Plan, trotzdem mussten dadurch die BGM Maßnahmen wesentlich angepasst werden.
     
  13. Holen Sie Stakeholder und Führungskraft mit ins Boot
    Wenn Sie die Stakeholder und die Führungskräfte vom BGM überzeugen und sie Sie dabei unterstützen, wird Ihre Arbeit wesentlich erleichtert. Sorgen Sie für gleiche Zielvorstellungen und eine gute Arbeitsdynamik.
     
  14. Beziehen Sie Arbeitnehmer in Ihre Planungen mit ein
    Wie Sie sich bestimmt vorstellen können, wollen die Arbeitnehmer auch in der Planung des Gesundheitsmanagements miteingebunden werden. Das ist ein wichtiger Tipp, denn durch das Einbinden der „Empfänger“, können Sie besser passende Maßnahmen umsetzen.
     
  15. Ernennen Sie „Power User“
    BGM soll Teil der Unternehmenskultur werden. Hilfreich sind dabei sogenannte Power User. Vereinbaren Sie mit vereinzelten Personen im Unternehmen, dass Sie gewisse Programmpunkte im Team motivieren – zum Beispiel die bewegte Pause initiieren.
     
  16. Überlegen Sie sich – gemeinsam mit dem Marketing-Team – eine Kommunikationsstrategie
    Um eine möglichst hohe Akzeptanz des BGM zu erzielen, entwickeln Sie eine klare Kommunikationsstrategie für die interne Bewerbung. Nutzen Sie dabei, wenn möglich, die Expertise Ihres Marketing-Teams.
     
  17. Entwickeln Sie gleich zu Beginn erste Kennzahlen
    Bevor Sie mit Maßnahmen starten, sollten Sie sich schon für eine Art der Evaluierung entscheiden. Entwickeln Sie einen Kennzahlen Katalog und stimmen Sie sich ab, wie Sie zu den benötigten Daten gelangen. Wenn dies gleich zu Beginn erledigt ist, wissen Sie auch, wohin Sie sich bewegen sollten.
     
  18. Beschaffen Sie sich Inspirationsmaterial für neue BGF Maßnahmen
    Sie kommen eventuell irgendwann an den Punkt, wo Ihnen keine neuen BGM-Maßnahmen mehr einfallen. Suchen Sie sich Quellen (Newsletter, Websites oder Personen), die Ihnen regelmäßig neue Inspirationen liefern.
     
  19. Fragen Sie ihr Team, was sie möchten
    Neben externen Inspirationsquellen ist das eigene Team die bedeutendste Quelle. Fragen Sie diese, was sie sich wünschen und welche Maßnahmen angebracht wären. Möglich wäre dies zum Beispiel mit einer Umfrage oder persönlichen Gesprächen.
     
  20. Nutzen Sie Wettkämpfe und Spiele als Motivation
    Häufig werden Menschen durch Wettkämpfe oder spielerische Ansätze motiviert. Nutzen Sie dies und organisieren Sie interne Wettkämpfe wie einen Schritte-Wettbewerb oder nehmen Sie an einem externen Firmenlauf oder Ähnlichem teil.  
     
  21. Tauschen Sie sich, wenn möglich, mit anderen BGM-Managern aus
    So lernen Sie, was in anderen Unternehmen funktioniert und erhalten eventuell auch Ideen für Maßnahmen, die Sie selbst demnächst umsetzen können.
     
  22. Vermeiden Sie komplizierte Wege
    Wie in vielen anderen Bereichen auch, ist es wichtig, dass Sie das BGM so einfach wie möglich und nur so komplex wie nötig aufziehen. Ermöglichen Sie dem Team eine möglichst einfache Teilnahme an Maßnahmen sowie Zugang zu Info-Materialien.
     
  23. Verwenden Sie einen anonymen Briefkasten
    Gesundheit ist gerade im beruflichen Kontext häufig ein schwieriges Thema, da sich manche Beschäftigte sorgen, dass sich gesundheitliche Probleme negativ auf den Job auswirken. Daher werden auch persönliche Gespräche oft nicht offen und ehrlich geführt. Umgehen Sie dies, indem Sie Ihrem Team die Möglichkeit bieten, anonym mit Ihnen zu kommunizieren.
     
  24. Setzen Sie sich einen Termin im Kalender, um regelmäßig zu evaluieren
    Regelmäßige Kontrolle ist sehr wichtig. Setzen Sie sich daher doch einen regelmäßigen Termin im Kalender – zum Beispiel alle 3 oder 6 Monate.
     
  25. Lassen Sie sich nicht von erhöhten Fehlzeiten täuschen
    Auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht negativ erscheint, wenn die Fehlzeiten steigen, sollten Sie doch noch einen genaueren Blick darauf werfen. Denn wenn Sie Maßnahmen zur Verringerung des Präsentismus (=Erscheinen trotz Krankheit) gesetzt haben, ist dies ein Zeichen des Erfolgs!
     
  26. Es braucht Zeit bis BGM Teil der Kultur ist
    Das Gesundheitsmanagement sollte auch Teil der Unternehmenskultur sein. Das diese Integration dabei nicht von heute auf morgen stattfinden wird, sollte Ihnen klar sein. Geben Sie Impulse aber seien Sie auch geduldig.
     
  27. Manche Kennzahlen brauchen Zeit – bleiben Sie geduldig!
    Während manche BGM Kennzahlen sich sehr schnell berechnen lassen, benötigt es für manche einen längeren Betrachtungszeitraum. Zum Beispiel die Fluktuationsrate oder Anzahl der Langzeitfehlzeiten.

Fazit

Es ist klar, dass Sie gerade etwas gefordert sind, wenn Sie das BGM übernehmen oder eventuell sogar aufbauen sollen, ohne einer konkreten Ausbildung dazu. Doch machen Sie sich keine Sorgen. In unserem Magazin finden Sie viele Beiträge zu Themen rund um das Betriebliche Gesundheitsmanagement und die Digitalisierung des BGM.

Außerdem gibt es zahlreiche Anbieter, die Ausbildungen in unterschiedlichen Formaten anbieten. Nutzen Sie diese einfach, um sich auf die neue Aufgabe vorzubereiten.

Unsere Tipps sollen Ihnen jedenfalls den Start erleichtern und wir hoffen, dass Sie sich dadurch sicher in Ihren ersten Tätigkeiten als BGM-Manager fühlen. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und sind bei Fragen gerne für Sie erreichbar.

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