Gesundheitsmanagement im Homeoffice
Gesundheitsmanagement im Homeoffice

Gesundheitsmanagement bei Homeoffice – Digitaler Ansatz

Wie digitales Gesundheitsmanagement im Homeoffice unterstützen kann

Im Jahr 2020 haben sich unsere Leben und insbesondere unser Arbeitsalltag aufgrund der Corona Pandemie stark verändert. Als eine Schutzmaßnahme entschieden sich viele Unternehmen dazu, die Abteilungen, bei denen es möglich ist, aus dem Homeoffice arbeiten zu lassen.

Seither ist das Thema Homeoffice in sehr vielen Unternehmen ein relevantes Thema.  

Eine Studie des Fraunhofer IAO und der Deutschen Gesellschaft für Personalführung e.V. (DGFP) zeigt beispielsweise auf, dass knapp die Hälfte aller befragten Unternehmen bereits jetzt entschieden hat, das Homeoffice-Angebot zukünftig auszuweiten.

Doch was bedeutet das für das Gesundheitsmanagement?

Klassisches Betriebliches Gesundheitsmanagement findet zu einem großen Teil im eigenen Unternehmen statt. Die Arbeitsplätze werden ergonomisch eingerichtet, es werden gesunde Snacks angeboten, Workshops oder andere Fitnesskurse finden am Feierabend im Seminarraum statt und das ganze Team macht gemeinsam eine kurze Bewegungspause.

Doch zuhause im Homeoffice steht es um das Gesundheitsmanagement oft schlechter:

Arbeitsmittel und -platz

Häufig wird ein Laptop für die Arbeit im Homeoffice verwendet. Doch das Arbeiten vom Laptop ermöglicht keinen ergonomischen Arbeitsplatz. Die Tastatur und der Bildschirm sind nicht unabhängig voneinander ausrichtbar und häufig sind Nacken- oder Rückenschmerzen die Folge. Auch die Tische und Sessel, die im Homeoffice verwendet werden, sind oft nicht auf die eigenen Bedürfnisse einstellbar.

Trennung von Arbeit und Privatem

Ein weiteres Problem im Homeoffice ist, dass Arbeit und Privates noch schwerer getrennt werden können. Aufgrund von räumlichen Einschränkungen ist der Arbeitsplatz womöglich der Küchentisch, wodurch ein Abschalten nur schwer möglich ist. Langfristig, wie während des Corona-Lockdowns, führt dies zu vermehrtem Stress.

Ablenkung

Besonders herausfordernd ist auch konzentriertes Arbeiten bei eingeschränktem Raum. Befinden sich weitere Personen im Umfeld, die häufig ablenken, ist auch dies ein Stressfaktor. Kinder stellen dabei eine besondere Ablenkung dar.

Erreichbarkeit

Sind die Arbeitszeiten im Homeoffice nicht klar definiert, kann das Gefühl entstehen, dauerhaft erreichbar sein zu müssen. Auch dies schlägt sich auf die Nerven.

Gesunde Ernährung

Zuhause kann die Verlockung sehr hoch sein. Süßigkeiten Vorrat in der Nähe, mittags Zeit sparen indem man schnell ein Fertiggericht zubereitet und niemand, der einem zu Zurückhaltung zwingt.

Bewegung

Eine längere Zeit im Homeoffice führt bei einigen Personen zu einem Minimalwert an täglicher Bewegung. Oft besteht der Alltag nur mehr daraus, morgens aufzustehen, sich direkt vor den Rechner zu setzen, den Feierabend gemütlich auf der Couch zu verbringen und anschließend wieder ins Bett zu fallen. Insgesamt keine gute Ausgangslage für unseren Körper.

Tipps für das Gesundheitsmanagement bei Homeoffice:

Wie auch die Arbeit aus dem Homeoffice eine Umstellung war und vorbereitet werden musste, muss auch das BGM sich an die neue Situation anpassen. Gerade in solch einer Zeit, in welcher Gesundheit eine so bedeutende Rolle spielt.

Um auch Ihr betriebliches Gesundheitsmanagement schrittweise an vermehrtes Homeoffice anpassen zu können, fassen wir in fünf Tipps zusammen, was wir in den letzten Monaten diesbezüglich gelernt haben:

  1. Klare Vereinbarungen zur Erreichbarkeit
    Stress ist ein großer Einflussfaktor auf unsere Gesundheit. Aus diesem Grund sollten im Homeoffice klare Zeiten vereinbart werden, zu welchen man tatsächlich erreichbar sein muss. Das Team als auch die Führungskräfte sollten diese Vereinbarungen einhalten, um einen möglichst geregelten Alltag zu ermöglichen.
     
  2. Entsprechende Arbeitsmittel zur Verfügung stellen
    Für längere Phasen des Homeoffice empfiehlt es sich, es den Mitarbeiter*innen zu erlauben, auch Büroequipment wie Schreibtisch, Bürosessel, Tastatur, Maus oder Monitorständer mit nach Hause nehmen zu dürfen. Wichtig dabei: Auch vermehrte Informationen zum ergonomischen Arbeitsplatz sollten bereitgestellt werden. Fordern Sie Ihre Mitarbeiter*innen bewusst dazu auf, auch im Homeoffice auf ihren Arbeitsplatz zu achten.
     
  3. Tipps für die Mitarbeiter*innen
    Da es für viele Beschäftigte auch die erste längere Zeit im Homeoffice ist, ist es sehr hilfreich, wenn es Unterstützung vom Arbeitgeber gibt. Steht erneut eine längere Phase an, geben Sie Ihren Mitarbeiter*innen Tipps an die Hand, wie sie am besten damit umgehen und auf ihre Gesundheit achten können. Diese sind zum Beispiel:
    • Ein eigener Raum oder abgetrennter Bereich als Arbeitsplatz
    • Festgelegte Arbeitszeiten, am besten wie auch im Büro
    • Einhalten der Pausen
       
  4. Soziales und Kommunikation
    Ein weiterer relevanter Aspekt, welcher unsere Gesundheit beeinflusst, ist unser soziales Umfeld. Achten Sie deshalb darauf, dass es regelmäßige Team-Konferenzen gibt und häufig Video-Telefonie verwendet wird, um auch im Homeoffice einen sozialen Austausch zu fördern.
     
  5. Langfristig: Digitale Lösung als Ergänzung einführen
    Viele Bereiche des klassischen Gesundheitsmanagements finden analog und im Unternehmen statt. Daher ist es ein großer Vorteil, wenn diese Maßnahmen auch digital umgesetzt werden können. Wird das klassische BGM beispielsweise durch eine App unterstützt, werden dem Unternehmen viele neue Ansätze ermöglicht, welche für Situation wie zum Beispiel Homeoffice sehr nützlich sind. Analoge Maßnahmen, die bereits Teil des BGM sind, können so erweitert werden und sind zeit- und ortsunabhängig. Anwendungsbereiche:  
    • Es werden digitale Kurse möglich, in welchen den Beschäftigten das nötige Know-How zu Themen wie gesunder Ernährung, Bewegungspausen, digitalem Stress oder einer ergonomischen Gestaltung des Arbeitsplatzes mit an die Hand gegeben werden kann. Auch möglich ist es, die geplanten Kurse und Workshops digital über eine Videokonferenz abzuwickeln.
    • Mittels digitaler Umfragen können die aktuelle Stimmung und der Bedarf im Homeoffice einfach abgefragt werden und eine schnelle Reaktion wird möglich.
    • Auch die Mitarbeiter*innen haben die Möglichkeit, jederzeit und von überall auf Informationsmaterial zuzugreifen oder etwas für ihre Gesundheit zu tun.
    • Durch die Installation am Handy sind die Mitarbeiter*innen direkt mit Push-Notifications erreichbar und es können Erinnerungen ausgesandt werden.

Zusammengefasst

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Entwicklung hin zu den hohen Homeoffice-Zahlen in den letzten Monaten rasant und doch etwas unvorhersehbar war. Das Gesundheitsmanagement der Unternehmen konnte sich gar nicht so schnell arrangieren, wie die Mitarbeiter*innen schon von zuhause arbeiteten.

Da Homeoffice aber auch zukünftig ein wichtiger Bestandteil der Arbeitswelt sein wird, gilt es das BGM auch darauf vorzubereiten. Neben den ersten vier Tipps, welche die Gesundheit im Homeoffice bereits wesentlich verbessern, empfehlen wir langfristig das BGM mit einer digitalen Lösung zu unterstützen. Diese ermöglichen es die Beschäftigten zu erreichen und ihnen die BGM Maßnahmen, die durch die Corona Pandemie ausgefallen sind, auf eine andere Weise bereitzustellen.

 

Mehr Info zu digital unterstütztem BGM finden Sie in unserem Whitepaper zum Thema digitales BGM.   

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